Vogel des Jahres

Der Kiebitz...

BirdLife Schweiz hat den Kiebitz zum Vogel des Jahres 2019 erkoren. 

Ursprünglich bewohnte der Kiebitz in der Schweiz feuchte Wiesen. Als Folge der Trockenlegung vieler Moore und Feuchtwiesen zur Gewinnung von Landwirtschaftsland brach der Kiebitz-Bestand bis Mitte des letzten Jahrhunderts massiv ein. Die Art wechselte dann auf Ackerflächen. Die darauf folgende Bestandserholung dauerte aber leider nicht lange.

Die fortschreitende Intensivierung der Landwirtschaft wurde den Kiebitzen nochmals zum Verhängnis: Durch die intensive Nutzung des Kulturlandes mit zahlreichen Bewirtschaftunsgängen wurden Nester zerstört und Jungvögel überfahren. Jungvögel rennen bis zum Alter von drei Wochen nicht weg, sondern ducken sich bei Gefahr auf den Boden. Dieses Verhalten nützt bei Maschinen nichts. Wegen der massiven Anwendung von Pestiziden fehlt auch oft die Nahrung in Form von Insekten. In melioriertem Ackerland mangelt es an Feuchtmulden, was sich in trockenen Sommern katastrophal auswirkt, da die Nahrung für die Jungen nicht zugänglich ist. Der Bestand wurde 1975 auf mindestens 1000 Paare, 1995 auf rund 450 Paare geschätzt. 2005 erreichte er mit 83 Paaren seinen Tiefstand.

Vor circa 15 Jahren starteten daher BirdLife Schweiz und die Schweizerische Vogelwarte verschiedene Schutzprojekte. Die Kiebitze werden nach dem Nestbau grossflächig durch Elektrozäune vor Prädatoren geschützt. In enger Zusammenarbeit mit den Bewirtschaftern begleiten Naturschützer alle landwirtschaftlichen Arbeiten, damit weder Eier noch Jungvögel zerstört werden. Mit den Bewirtschaftern wird vereinbart, dass sie bei der Mahd von Wiesen ein Mosaik aus geschnittenen und stehengelassenen Grasstreifen schaffen, um den Jungen den Zugang zur Nahrung und Schutz gegen Feinde aus der Luft zu gewähren. Zudem wurden Ackerflächen mit feuchten Stellen aufgewertet. Diese Schutzbemühungen leiteten eine Trendwende ein: 2018 gab es in der Schweiz wieder 206 Brutpaare, doch ist der Bestand noch zu klein, als dass er sich ohne Massnahmen erhalten könnte.
  

Weitere Informationen und die Möglichkeit, Informationsmaterial zu bestellen finden Sie auf der Webseite von "Birdlife Schweiz".